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In der Woche nach dem 11. März wurde ganz NTT von dem Cyclon “LUA” ueberrollt, der mit heftigem Regen, Windböen und hohen Wellen eine Menge Zersstörung anrichtete. So wurden in allen Kabupaten (Distrikten) von Flores zerstörte Häuser (zwischen 500 und 3000) und zerstörte Ernte, sowie zerstörte Handelsgewächse berichtet, sowie überschwemmte Küstenbereiche.

 

Hier in Maumere hat das Katastrophenamt erste Schadensuntersuchung durchgeführt; wir von der Caritas haben dann nachgezogen und in drei Teams (fast) alle Pfarreien besucht und eine Liste der Schäden erstellt. So sind (nach ersten Untersuchungen) 818 Häuser schwer und 509 Häuser mittelschwer zerstört worden. Dazu 16 Schulen, 10 Kapellen und einige Bürgermeisterämter. Es hat vor allem die Südküste erwischt, und da vor allem die Dörfer in der Hügelkette. Der Sturm hat vor allem die Bambus/Holzhütten der einfachen Leute flachgelegt. Betroffen sind 20 der 35 Pfarreien des Maumeregebietes. Wir hier in der Mitte und an der Nordküste sind glimpflich davongekommen.

 

Für “Insider”: am schwersten hat es die Pfarreien Nuaria, Wolofeo, Feondari und Halehebing erwischt. Alle wegen des Sturmes. In den Pfarreien ist auch so ziemlich die gesamte Ernte (Mais, Reis) zerstört.

 

Weil es in vielen Pfarreien (neben den obengenannten auch noch Mauloo, Lerkebai, Bola, Kloangpopot, Runut, Tilang) die Ernte vernichtet hat und daneben auch noch die Handelsgewächse (Gewürznelken, Kakao, Cashewnut, Kemiri), müssen wir davon ausgehen, dass 30-50% der Maumerebevölkerung (304.000 Einwohner)in Kürze vom Hunger bedroht sind. Wir werden die Maumereregierung (übers Katastrophenamt) bitten, “Food for work” Programme durchzuführen. U.a. kann darüber dann auch das Wiederaufforstungsprogramm der Quellgebiete unterstützt werden, sowie das Terrassenanlegungsprogramm.

 

Gestern machten wir in Treffen mit dem Bischof und Vertretern der schwer betroffenen Pfarreien. Wir von der Caritas zeigten erst die Daten und diskutierten dann mit ihnen die Strategie der Katastrophenbewältigung. Wir wollen ja die Leute nicht zu Bettlern erziehen und die Leute anregen, selber die  Ausbesserung ihrer Häuser in die Hand zu nehmen. Zudem soll zuerst die Nachbarschaftshilfe und die der Pfarreien kommen; erst dann die Hilfe von aussen. Für die Bewältigung der Nahrungsmittelknappheit muss jedoch Intervention von aussen her!

 

Wir haben die Pfarreien auch gebeten, eine bessere Datenerhebung durchzuführen. Vor allem was die Zerstörung der Anpflanzungen angeht.

 

Von der nationalen Caritas aus Jakarta erhalten wir am Montag 5.000,- Euro Nothilfe. Das Katastrophenamt hat den einzelnen Familien über die Bürgermeisterämter bereits Reis (5 kg), Nudeln als erste Nothilfe gegeben.

 

Hier im Mittelteil, Maumere bis Watubala, hat es nur das “Salzdorf” im Westen der Stadt infolge eines Wirbelwinds erwischt (40 Häuser), sowie – wie so oft – Waioti infolge hoher Wellen vom Meer aus (18 Häuser). Oben Watublapi (26 Häuser, 4 Schulen, 2 Kapellen) und Kloangpopot (38 Häuser, 3 Schulen, 2 Kapellen) hat es halbschwer getroffen.

 

So viel zur Information. Wir hoffen die Auswirkungen der Katastrophe in Grenzen halten zu können, bzw mit der Regierung zusammen Programme zur Bewältigung durchzuführen.

 

Euch in Deutschland alles Gute und vielen Dank für all die treue Unterstützung bisher!

 

Mit herzlichen Grüßen und Osterwünschen!

 

Euer Klaus (Naumann)